Start
LiS Liberale Senioren
   
 
 

15.04.2011

Der demographische Wandel –eine Herausforderung für Alle

Die ehemalige Bundesministerin und führende Gerontologin Frau Prof. Dr. Dr. Ursula Lehr im Marmorsaal des Presseclubs in Nürnberg

 
 


Frau Prof. Lehr war auf Einladung der Liberalen Senioren und der Thomas-Dehler-Stiftung nach Nürnberg gekommen. In ihrem Vortrag erläuterte sie zunächst die Fakten und Zahlen der demographischen Entwicklung in Deutschland.

So wird die Bevölkerung in Bayern bis zum Jahre 2025 um 2,5 % zunehmen, in den neuen Bundesländern dagegen bis zu 17 % abnehmen. Die Stadt Nürnberg wird im gleichen Zeitraum um 5,2 % wachsen, der Landkreis Nürnberger Land um 2,5 %. Der Anteil der über 80-jährigen steigt massiv an, in den Städten weniger als in den Landkreisen. Die Zahlen für Nürnberg und Landkreis Nürnberger Land: 48 % bzw. 67,5 %.

Da gleichzeitig immer weniger Kinder geboren werden, wird das Verhältnis von Jung zu Alt immer ungünstiger. Noch im Jahre 1970 kamen auf einen über 75-Jährigen 13 20–60-Jährige, im Jahre 2040 werden für einen 75-jährigen 3,5 20–60-Jährige aufkommen müssen, wobei die Gruppe der 60 – 75- Jährigen noch gar nicht berücksichtigt ist. Laut Frau Prof. Lehr führt kein Weg dran vorbei, dass wir in Zukunft länger arbeiten „dürfen“. Sie setzt sich für eine flexible Lösung beim Eintritt ins Rentenalter ein. Dazu rät sie jungen Menschen, sich bereits beim Eintritt ins Berufsleben eine zusätzliche Alterssicherung aufzubauen.

Ein großes Thema für die bedeutendste Altersforscherin in Deutschland ist das Miteinander der Generationen. Ursula Lehr:“Wir brauchen die Älteren in der Wirtschaft, in der Politik, in der Verwaltung. Freilich wir brauchen auch die Ideen der Jüngeren, ihre Dynamik, ihren Schwung, ihr Drängen nach Veränderung, wir brauchen das Miteinander der Generationen!“

Um älteren Menschen möglichst lange eine selbstverantwortliche, selbständige Lebensführung zu ermöglichen, fordert Frau Prof. Lehr eine „präventive Umweltgestaltung“. Das bedeutet Barrieren zu erkennen und auszuräumen und andererseits eine Umwelt zu schaffen, die anregt und die zu Aktivitäten motiviert. Hier haben die Kommunen ein weites Aufgabenfeld, aber auch in der Produktgestaltung gebe es Vieles zu verbessern.

Für Frau Prof. Lehr sind die heutigen Älteren mit ihrer Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement ein großer Gewinn für die ganze Gesellschaft. Sie engagieren sich in großem Maße in sozialen Einrichtungen und Betreuung. Frau Prof. Lehr: „ Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit unserer Seniorinnen und Senioren wären viele soziale Einrichtungen und vor allem die Pflege der nicht mehr Aktiven nicht darstellbar“.

Gisela Bock